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Interviews

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Talla 2XLC

Vom Szenemagazin Raveline wurde er vergangenes Jahr auf Platz 6 in der Kategorie "best dj national" gewählt, seine Compilation "Technoclub" landete auf Platz 1 in der Rubrik "best compilation 2009". Am 20. März steht Talla 2XLC exklusiv für Klangfarben im neueröffneten U2 Club (Hauptstraße 108/gegenüber vom Kino Forum) hinter den Decks. Wir sprachen im Vorfeld mit dem "Gründer" des Techno:

Hallo Talla, am 20.3. legst du zum ersten Mal bei einer Party von Klangfarben in Offenburg auf. Was für einen Sound können die Partypeople von dir erwarten?

Natürlich Tallasound, d.h. energiegeladen, emotional, progressive & uplifting.

Was zeichnet für dich persönlich ein gutes DJ-Set aus?

Nicht stur für sich selbst zu spielen, einen guten Mix mit wellenförmigen Steigerungen zu finden und nicht langweilig nur straight, aber ein guter Mix lebt auch von einem guten Publikum. Stock im Arsch oder keine Partylaune, das killt jedes Set?

Als Globalplayer hast du bereits in fast allen Ecken dieser Welt aufgelegt. Wo hat es dir bisher am meisten Spaß gemacht? Wo bist du immer wieder gerne zu Gast?

Ach, da gibt es so viele Orte, ich bin ja nicht erst seit letzter Woche on tour. Zum Beispiel spiele ich sehr gerne in Schweden, Rumänien, Kanada, Südamerika oder den USA. Aber auch meine früheren Appearances auf der Nature One, Mayday und bei den Rave and Cruises haben dem Publikum und mir sehr viel Spaß gemacht.

Wie kam es damals zur Gründung deiner bis heute sehr erfolgreichen Partyreihe "Technoclub", die mittlerweile sogar ihr 25jähriges Bestehen feiern konnte?

Ich war Mitte der Achtziger als Teenager auf dem Weg meinem DJ Hobby etwas professioneller nachzugehen. Es stank mir gewaltig, dass in keinem Club ausgiebig elektronische Musik lief. Das wollte ich ändern. Ich ging zu einem Clubbetreiber, der mein Konzept sofort interessant fand und voila, der erste Technoclub war geboren.

Gerade in Deutschland genießt Trance keinen besonders guten Ruf. Was denkst du, warum diese Musik derzeit in sehr vielen anderen Ländern wesentlich beliebter ist?

Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist im Ausland der Name "Trance" nicht so versaut, wie das hier durch kommerzielle Dance Combos Anfang der 2000er passierte. Zum anderen sind dort die Medien und Sponsoren noch trancefreundlich. Geh doch mal nach Holland, da laufen Trancetitel rauf und runter im Radio und TV. Schau hier mal bei Viva rein, oder lies mal Magazine. Da wirst Du nichts finden. Die einzigen, die hier in Deutschland wirklich noch etwas für Trance tun, sind Sunshine Live, Raveline und vor allem I-Motion auf Ihren Events, dafür haben sie meinen vollen Respekt.

Du als "Technoclub-Legende" hast alle Entwicklungsphasen der elektronischen Musik miterlebt und immer wieder auch selbst geprägt. Inwiefern hat sich die Szene in den letzten 15 bis 20 Jahren verändert?

Die "Unity" ist leider verschwunden, jede Fraktion lästert über den anderen Style. Das finde ich ziemlich arm. Es geht auch anders, schaut doch zum Beispiel mal in ausländische Myspace-Profile rein. Da schreiben die Kids immer mehrere musikalische Styles als Lieblingssound rein. Also beispielsweise Trance, House, Wave, Electro etc. Das finde ich cool und open minded!

Was macht für dich Trance bzw. die elektronische Musik so einzigartig? Was fasziniert dich an ihr?

Für mich ist Trance, so wie ich ihn spiele und produziere, die einzige elektronische Stilart, die wirklich Seele hat. Die Kombination von Beats, Sounds und Melodien ist es, die einen gut drauf bringen kann. Und hör dir mal einen wirklich gut gemachten Trancetrack an, das ist wesentlich schwieriger zu produzieren, als wenn man nur ein paar Klickerklacker-Beats loopt und es dann "Gasthaus zum Elch" nennt. Es gibt natürlich in allen Stilarten gute und schlechte Tracks, aber "Trance" ist etwas besonderes, man muss sich nur ein bisschen intensiver reinhören.

Welche anderen Produzenten und DJs haben deine lange, erfolgreiche Karriere besonders geprägt?

Da gibt es einige, vor allem Kraftwerk, Vince Clarke, John Foxx, Graeme Revell, Hans Zimmer, Front 242, Yello Magic Orchestra, Logic System etc.

Was war dein verrücktestes Erlebnis als DJ?

Das war während der Rave and Cruise, oberhalb von Mombasa, als ich in einer Hotelanlage 9 Stunden nonstop all meine Platten mit Vorder- und Rückseite spielte. Morgens kam Tom Novy auf dem Weg zum Frühstück vorbei und sagte: Talla, du Sack legst ja immer noch auf. Auch lustig war es, als ich auf Ko Samui bei einer Afterhour spielen sollte, aber den Schlüssel meiner abgeschlossenen Plattenkiste verlor. Das sprach sich rasch herum, und auf einmal krochen ca. 70 Leute mit Feuerzeugen auf dem Boden und suchten nach dem Schlüssel, aus Angst ich würde nicht auflegen.

Wie ist dein privater Musikgeschmack? Läuft bei dir immer nur elektronische Musik?

Eigentlich höre ich alles, von Abba bis Zappa, wie man sagt. Aber durch die tägliche Arbeit mit Musik entspanne ich abends eher ohne Musik.

Was machst du in deiner Freizeit, wenn du gerade einmal nicht am produzieren bist?

Ich gehe raus in die Natur oder ins Kino, schaue US-TV-Serien, fahre Fahrrad, gehe zum Fußball oder schwimmen, und das alles am liebsten mit Familie und Freunden.

Deine fünf "All-time favorite" Tracks?

Kraftwerk - Computerwelt Album, Front 242 - Headhunter, Sparks - No.1 Song in Heaven, New Musik - The Planet doesn't Mind, New Order - Blue Monday

Vielen dank für das Interview und viel Spaß am 20.3. bei Klangfarben im U2

    Talla 2XLC



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